Katzenfutter

Allgemeines:

Es gibt viele Studien über die Qualität und Inhaltsstoffe von Tierfutter. Wichtig ist dazu zu wissen, dass die meisten Studien von den Futterherstellern selbst beauftragt wurden und diese dann die entsprechenden Ergebnisse veröffentlichen oder auch nicht. Da sollte man gut überlegen, wie viel man auf diese Studien gibt. Frei nach dem Motto "Traue nur den Statistiken, die Du selbst gefälscht hast", traue ich diesen Studien nicht. Erst kürzlich wurde die Studie über Zucker in Tiernahrung veröffentlicht. Der Inhalt in kurzer Zusammenfassung:

- Zucker braucht die Katze nicht,

- es ist auch nur ganz wenig im Futter enthalten,

- Katzen haben selten Karies und deswegen ist Zucker auch nicht schädlich,

- und da Katzen keinen Zucker schmecken, solle es auch nicht als Geschmacksverstärker dienen.

Okay, meine Frage dazu: Und warum ist er überhaupt ein Futterbestandteil, wenn es die Tiere nicht brauchen und nicht schmecken? Nur weil es angeblich nicht schadet, ist es doch noch kein Grund, dem Tierfutter Zucker zuzufügen. Einen Grund für das Beifügen von Zucker konnte man der Studie nicht entnehmen.

Den meisten Futtermitteln ist Getreide zugefügt. Besonders bei "Light"-Futtersorten ist der Hauptbestandteil Getreide. Dies benötigt die Katze nicht und kann es leider auch nicht verdauen, da eine Katze die passenden Enzyme nicht hat und der Darm viiiiiel zu kurz ist. Es dient aber der Kostenreduktion bei der Futterherstellung. Getreide ist billiger als Fleisch. Leider reagieren manche Katzen auf das Getreide mit einer Veränderung des Urins und es kann zur Bildung von Blasensteinen kommen. Dies wird dann häufig mit dem Zusatzstoff DL-Methonin ausgeglichen. Aber macht das Sinn, einen schlechten Futterbestandteil mit einem Zusatzmittel auszugleichen? Warum nicht gleich auf Getreide verzichten?

Nun kommen viele Tierhalter davon ab Getreidehaltiges Futter zu füttern, da es ja schaden kann. Was machen die Futtermittelhersteller? Bieten ihnen getreidefreies Futter mit dem Ersatzstoffen Soja, Mais oder Kartoffeln an. Aber mal ehrlich, haben Sie schon mal eine Katze einen Maiskolben, eine Sojabohne oder eine rohe Kartoffel knabbern sehen? Und da die Sojabohne reich an Phytoöstrogenen ist, bin ich mir nicht sicher, ob dies nicht auf lange Zeit betrachtet Schädigungen im Körper einer Katze hervorruft.

Weiterhin wird häufig Fleisch der Kategorie 3 verwendet.

Dazu aus Wikipedia:

Sogenanntes K3-Material bezeichnet vor allem Abfälle und Nebenprodukte aus Schlachtbetrieben, Küchen- und Speiseabfälle, für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignete Lebensmittel tierischen Ursprungs, Rohmilch, frischer Fisch oder frische Fischnebenprodukte. Daneben finden sich hier auch Tierteile, die zwar zum menschlichen Verzehr geeignet sind, für die es jedoch im betreffenden Land wenig Nachfrage gibt, beispielsweise Kutteln, Zunge und weitere Innereien. Es darf ausschließlich zu Tierfutter weiterverarbeitet werden. In Deutschland ist darüber hinaus die Verfütterung von Fetten aus Geweben warmblütiger Landtiere und von Fischen an Wiederkäuer verboten. Fette aus Geweben warmblütiger Landtiere dürfen in Deutschland auch nicht an andere zur Lebensmittelgewinnung dienende Tiere und Pferde verfüttert werden. K3-Material ist wiederholt Ausgangspunkt für die Lebensmittelskandale rund um das sogenannte Ekelfleisch.

Zum K3-Material gehören:

Küchen- und Speiseabfälle, soweit nicht aus grenzüberschreitendem Verkehr, Fische oder andere Meerestiere, sowie Fischabfälle (ausgenommen Meeressäugetiere), ehemalige tierische Lebensmittel, die aus anderen, nicht gesundheitsschädlichen Folgen, z.B. Verpackungsmängeln, für den menschlichen Verzehr nicht mehr bestimmt sind, Schlachtkörperteile, die genussuntauglich sind, die jedoch keine Anzeichen einer übertragbaren Krankheit zeigen und die von Tieren stammen, die genusstauglich sind, Rohmilch, Schalen, Brütereinebenprodukte und Knickeiernebenprodukte von klinisch unauffälligen Tieren, Haare, Pelze, Hörner usw. von klinisch unauffälligen Tieren, Tierische Abfälle aus der Lebensmittelindustrie, Häute, Hufe und Hörner, Schweineborsten und Federn von Tieren, die nach einer Schlachttieruntersuchung in einem Schlachthof geschlachtet wurden, überlagertes Fleisch, minderwertiges Fleisch, Fleisch von Tieren unter erheblicher Stressbelastung, Blut von Tieren (nicht von Wiederkäuern), die nach einer Untersuchung in einem Schlachthof geschlachtet wurden, Tierische Schlachtkörperteile und Nebenprodukte, die bei der Herstellung von für den menschlichen Verzehr bestimmten Erzeugnissen angefallen sind, und entfettete Knochen und Grieben

Dieses unverzüglich durch Beschriftung zu kennzeichnende Fleisch darf nur zur Herstellung von Tiernahrung in einem zugelassenen Heimtierfutterbetrieb oder zu nicht mehr essbaren Produkten verarbeitet, z. B. zu Schmierfetten verwendet werden. Es darf auch zur Kompostierung oder Biogasherstellung verwendet werden. Dennoch wird Fleisch der sogenannten Handelskategorie 3 gelegentlich widerrechtlich zum menschlichen Gebrauch verwendet.[1] Das Material ist ab 1. Juli 2008 im innereuropäischem Handel in grünen Behältnissen zu transportieren und kann im nationalen Handel gefärbt werden.

Also ich finde es bedenktlich, dass das Futter für meine Lieblinge aus Materialien hergestellt werden soll, woraus man nur noch nicht essbare Produkte wie z.B. Schmierfett herstellen darf...

Trockenfutter vs Nassfutter:

Trockenfutter ist bei vielen Tierhaltern sehr beliebt. Es ist praktisch zu lagern, einfach zu dosieren, wird nicht schlecht wenn es länger im Napf liegt und riecht nicht so unangenehm wie manches Nassfutter. Auch wir haben mit dieser Fütterungsmethode angefangen. Jedoch haben sich bei unserer Gina Blasensteine entwickelt, die zu ständigen Blasensteinen führten. Sie liebte (dank der vielen Geschmacksverstärker) dieses Trockenfutter. Nachdem wir glücklicherweise die Steine mit einem Medikament auflösen konnten, haben wir das Trockenfutter nur noch als Leckerlie und zu Trainingszwecken im Angebot. Durch unser sehr gut ausgewogene Nassfutter in Bezug auf den Säure-Basen-Haushalt haben wir auch keine Probleme mit Zahnstein. Was ist nun aber der Hintergrund zu den Blasensteinen aufgrund von Trockenfutter? Nassfutter besteht aus 70-80% Feuchtigkeit. Also genau so viel Feuchtigkeit, wie der Körper einer Katze es auch enthält. Zusätzlich trinken die Katzen dann noch gerne ein wenig Wasser. Um das Trockenfutter auf die gleiche Menge Feuchtigkeit zu bringen, müsste die Katze die gleiche Menge an Wasser trinken wie sie Trockenfutter frist und dann noch etwas mehr dazu. Das wird Ihre Katze nicht schaffen können und so fehlt immer etwas Feuchtigkeit und die Konzentration des Urins ist zu hoch, dass die Steinbildung begünstigt wird.

Im Familien- und Freundeskreis kenne ich nun mittlerweise 3 Kater die wegen immer wiederkehrender Steinbildung nur mit einer Penisamputation überleben konnten. Eine Katze deren Blase für eine Steinentfernung eröffnet werden musste und 2 Kater, die alle 6 - 24 Monate zur Blasenspülung in die Klinik müssen. Für uns Grund genug, auf das wirklich sehr bequeme Trockenfutter zu verzichten.

Meine Futterstrategie:

Unsere Katzen werden mit Nassfutter und Rohfutter versorgt.

Als Nassfutter verwenden wir die Sorten von ANIfit und von Bozita. Sie bestehen aus 90 - 95% Fleisch. Es werden keine Füllstoffe, keine Pflanzen- und Getreidemehle, sowie Soja oder Mais verwendent. Ein schonendes Garverfahren und die Kaltabfüllung erhalten die natürlichen Vitamine und Mineralstoffe. So sind keine chemischen Zusätze erforderlich. Konservierungsmittel, Zucker und vor allem Lockstoffe und Geschmacksverstärker sind Tabu. Und was mir persönlich noch wichtig ist, es wird Fleisch in Lebensmittelqualität verwendet.

Als Rohfutter gibt es Mäuse, Küken und fertige Rohfuttermenüs für die Katze.

Futterumstellung:

Viele Katzen sind wählerische Kandidaten. Sie füllen voller Freude das neue, viel gesündere und manchmal auch teurere Futter in den Napf und präsentieren Ihrem Stubentiger diese neue Errungenschaft mit Stolz. Ihre Katze macht einen langen Hals, schnuppert etwas an dem neuen Menü, rümpft förmlich die Nase, dreht sich wieder um und lässt Sie völlig bedeppert mit dem vollen Futternapf stehen. Wenig später meint Ihr Vierbeiner, dass Sie dieses Signal verstanden haben und sicher das gewohnte Futter bereitgestellt haben. Er macht sich also wieder zum Futternapf auf und starrt Sie nun völlig entsetzt an. Könnte ihre Katze sprechen, würden Sie eine lange Ausführung über "der Mensch sollte seine Katze lieben", "der Mensch sollte sich nicht solcher schlechten Angewohnheiten bemächtigen" und sonstige Vorwürfe für Sie bereithalten. Und wenn Sie nun noch das alte (schlechtere) Futter zuhause haben, geben Sie irgendwann nach - das weiß ihre Katze genau. Stellen Sie sich vor, sie haben im Schrank leckere Schokolade oder eine Tüte Chips versteckt und in der Küche liegen Gurken, Tomaten und Möhren. Wozu greifen Sie eher, wenn Sie abends auf dem Sofa sitzen???? Leider besitzen die Lockstoffe und Geschmacksverstärker häufig mehr Macht über uns als das gesunde Gemüse. Aber hier entscheiden wir selbst für oder gegen unsere Gesundheit. Die Katze ist auf unsere Entscheidung angewiesen.

Die Gesundheit Ihrer Katze bis ins hohe Alter sollte Ihnen wichtiger sein, als ein paar Tage Liebesentzug durch den beleidigten Mitbewohner.

Vielleicht hilft es Ihnen, langsam mit der Futterumstellung zu beginnen. Für die meisten Katzen ist es aufgrund des sensiblen Magen- und Darmmilieus sowieso hilfreich, langsam umzustellen. Anfangs mischen Sie nur wenige Brocken der neuen Futtersorte unter das Leibgericht und erhöhen den Anteil nach und nach. Wenn Sie das Futter vorher in heißem Wasser anwärmen, wird der lockende Geruch intensiver.

Viel Erfolg und Durchhaltevermögen!